Restauratorische Zustands­erfassung der Stadt- und Haupt­kirche Gubin

Im Auftrag des Fördervereins zum Wiederaufbau der Stadt- und Hauptkirche Gubin e.V. wurde eine umfassende restauratorische Zustandserfassung der Kirchenruine durchgeführt. Das monumentale Bauwerk – eine gotische Backsteinbasilika aus dem frühen 16. Jahrhundert – gehört zu den bedeutendsten Denkmalen der Stadt und steht seit 1945 als Ruine ohne Dach im Freien.

Die fortschreitende Verwitterung machte eine fachkundige Bestandsaufnahme dringend erforderlich. Durch die  Dokumentation entsteht eine Grundlage für künftige Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen.
Bei Drohnenaufnahmen und digitaler Nachbereitung unterstützte mich Rest.-M.A. Philipp Domhardt.n
Zustandserfassung und die Verfassung des Untersuchungsberichts erfolgten gemeinsam mit Dipl. Ing. Mathias Beuther und Dipl.-Rest. Nora Hauptvogel.

Auftraggeber
Förderverein zum Wiederaufbau der Stadt- und Hauptkirche Gubin e.V.
Jahr
2024-2025
Ort
Stadt- und Hauptkirche Gubin
Übersicht der Aufgaben
  • Drohnenfotografie aller Wandflächen
  • Bestands- und Zustandserfassung
  • Kartierung von Schadensphänomenen
  • Anfertigung eines Schadbildkatalogs
  • Anfertigung eines Untersuchungsberichtes

Die Untersuchung umfasste sämtliche innenliegenden Wandflächen, die Arkadenreihen, große Teile des Chorraums sowie ausgewählte Bereiche der Mauerkronen. Mittels hochaufgelöster Drohnenfotografie, frontaler Übersichtsaufnahmen und systematischer Kartierungen entstand eine detaillierte Momentaufnahme des aktuellen Bauzustands. Erfasst wurden insbesondere:

  • statische Risse, Verformungen und Pfeilerabrisse
  • Mauerwerksablösungen in verkehrsrelevantem Umfang
  • Materialverluste an Gewölben, Fensterlaibungen, Pfeilern und Konsolen
  • biologischer Bewuchs wie krautige Vegetation und Baumbewuchs
  • Schäden an erhaltenen Gewölberesten, Wandmalereien und Reliefs

Besonders gravierende Schadensbilder zeigten sich im Chorbereich und an Teilen des Langhauses, wo sowohl das innen vorgestellte Spitzbogenmauerwerk als auch originale Gewölbeelemente umfangreich geschädigt oder bereits verloren sind.

Auf Basis der Untersuchung wurden konkrete Empfehlungen für den weiteren Umgang formuliert, darunter:

  • Notsicherungsmaßnahmen in den Wandnischen und Kellerbereichen
  • Errichtung eines Not- bzw. Schutzdachs
  • Entfernung und Kontrolle von Bewuchs
  • Archivierung und Inventarisierung lose vorliegender Bauteile und Ausstattungsobjekte